Ankündigung: Camping in Kabul

© Michael Obert

Michael Obert geht durch Kabul und erblickt ein Schild: „Fahrradverleih, Autoverleih, Sicherheitsdienste mit bis zu 3000 bewaffneten Männern.“ Es soll nicht die einzige Überraschung bleiben, die der deutsche Reisejournalist in der Hauptstadt von Afghanistan erlebt. Oberts Reportage „Camping in Kabul“ ist bisher in seinem Buch „Die Ränder der Welt“ und in „The Journal“ (New York) abgedruckt worden. Wir freuen uns, die Geschichte in Text und Bildern nun online präsentieren zu dürfen. In den kommenden Tagen wird „Camping in Kabul“ in Deutsch und Englisch in fünf Teilen auf Flare erscheinen.

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Flare-Galerie: Calavera Queens

© Henning Kretschmer

Fotostrecke: 5 Bilder

„Die Bilder sind in Deutschlands erstem Burlesque Club, dem Queen Calavera in Hamburg entstanden. Um das Publikum zu unterhalten, spielen die Burlesque-Tänzerinnen in ihren Shows immer wieder unterschiedliche Charaktere. Mich interessieren die Personen, die dahinter stecken.

Zuerst hatte ich für eine andere Serie nur ein Portrait gemacht. Das hat mir aber so gut gefallen, dass ich angefangen habe, weitere Tänzerinnen zu portraitieren. Mittlerweile begleite ich manche von ihnen auch außerhalb der Shows mit der Kamera. Die Serie ist noch in Arbeit und wird wohl Ende des Jahres fertig werden.“

Henning Kretschmer, Jahrgang 1985, studiert Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg. Mehr von ihm gibt’s hier.

Kommentar: Die unsichtbaren Köpfe vom „Spiegel“

Sie ist jung, schön und blickt den Leser direkt an. Zusammen mit drei anderen ziert Amrai Coen das Cover des aktuellen „Spiegel“. Der Titel: „Wir Krisenkinder“. Im Editorial ist zu lesen: „Das Titelbild zeigt vier junge Deutsche, die für ihre Generation stehen: die Praktikantin Amrai Coen, 22 (im Vordergrund), die Friseurin Siiri Pflughaupt, 23, Ibadet Ramadani, 32, Sängerin der Band Super700, und den Aktivisten Jan-Ole Arps, 30.“

In der dazugehörigen Titelgeschichte „Die Krisenprofis“ kommen jedoch nur zwei der vier Titelmodelle zu Wort. Die Sängerin Ramadani und die groß abgebildete Praktikantin Coen finden in der Geschichte keinerlei Erwähnung, nicht in einem Satz, nicht mit einem Zitat.

Man könnte denken, das versinnbildlicht die Geschichte. Denn es geht um die 20- bis 35-jährigen Deutschen, eine Generation, die dem Artikel zufolge frei von Ideologie ist, sich nie beschwert und eigentlich unsichtbar ist. „Es gibt keine Köpfe, an die man denken kann, wenn man an sie denkt, es gibt niemanden, der für sie spricht“, heißt es da. → Artikel lesen

Flare-Galerie: Sechs Fäuste für Neukölln

Timo Nowack

© Timo Nowack

Fotostrecke: 17 Bilder

“Ich fotografiere gerne raue Typen. Kirmesarbeiter, Fischer, Demonstranten, die von Polizisten zu Boden gedrückt werden. Am liebsten in schwarz-weiß. Im Herbst 2007 war ich in Berlin auf der Suche nach einem Reportagethema. Ich entschied mich, harte Typen in einem harten Stadtteil zu fotografieren: Boxer in Neukölln. Nach dem Training der Männer kamen drei junge Frauen in die Halle. Als ich sie im Ring sah, wusste ich, was mein wirkliches Thema ist.

In den folgenden drei Wochen begleitete ich Yana Kultysheva und die Schwestern Helena und Natali Kalinowski beim Training und bei den Deutschen Amateurmeisterschaften, die gerade stattfanden, ohne dass ich vorher davon gewusst hätte. Glück muss man eben haben. Alle drei Mädchen holten in ihrer Gewichtsklasse den Titel. Warum es in der ganzen Serie kein Foto von den Meisterboxerinnen in Siegerpose gibt? Weil ich am Finaltag zu einer Hochzeit musste, privat. Es kann ja nicht alles klappen.

Aber das ist auch gar nicht so wichtig. Eigentlich bin ich Schreiber. Doch in diese Serie habe ich mehr Zeit und Arbeit investiert als in jede Textreportage. Und auch wenn Siegerfotos ebenso fehlen wie eine starke Detailaufnahme, mag ich die Strecke als Gesamtwerk mehr als fast alle meine Artikel. Besonderer Dank dafür geht an Sebastian Bolesch und Marc Steffen Unger.”

Timo Nowack, Jahrgang 1980, arbeitet als Textjournalist in Leipzig und ist Gründer und Betreiber von Flare. Seine eigenen Fotos mag er in schwarz-weiß am liebsten.

World Press Photo: Die besten Interviews 2009

Screenshot; ©Bild im Bild: Callie Shell, Barack Obama presidential campaign, Aurora Photos for Time

 

Bilder, die mit einem World Press Photo Award ausgezeichnet wurden, sind oft beeindruckend, bewegend, manchmal verstörend. Doch was steckt hinter diesen Fotos? Was sind ihre Geschichten, wie sind sie entstanden und was für Menschen standen hinter der Kamera? Diese Fragen beantworten die Fotografen 2009 in 23 Video-Interviews – Flare stellt die drei Filme vor, die man auf keinen Fall verpassen sollte.

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Andy Spyra im Interview: „Mut, an die eigenen Geschichten zu glauben“

Andy Spyra

© Andy Spyra

Fotostrecke: 10 Bilder

Obwohl er erst seit drei Jahren eine Kamera besitzt, ist Andy Spyra schon einer der erfolgreichsten Nachwuchsfotografen Deutschlands. In den vergangenen Monaten hat er einen Canon Profifoto Förderpreis, einen PGB Award und als erster Deutscher einen Getty Images Grant gewonnen. Im Interview mit Flare spricht er über Talent zum Fotografieren, den Mut zur eigenen Geschichte und den richtigen Umgang mit Witwen in Kaschmir.

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Flare-Galerie: Transsicht NYC

Jewgeni Roppel

© Jewgeni Roppel

Fotostrecke: 15 Bilder

„Wie ein Dschungel aus Beton ist die Stadt ein Konglomerat aus Menschen, Gebäuden, Straßen, Plätzen, Tag und Nacht. Hier herrscht Bewegung in einem Kontrast aus Einsamkeit, Geselligkeit und Toleranz, in einem Zusammenleben in Glück, Elend und Distanz. In meiner Mehrfachbelichtungsreihe Transsicht versuche ich, elementare Eindrücke im urbanen Raum in einem Bild zu verschmelzen, um die Mannigfaltigkeit und Mehrdeutigkeit einer Stadt zu zeigen. In dieser Serie geht es um die Weltstadt an der Ostküste der Vereinigten Staaten: New York City. Während meines einjährigen Aufenthalts in den USA habe ich in diversen Großstädte fotografiert. Aus den Bildern entsteht zurzeit ein Buchprojekt, das Ende des Jahres fertig sein soll.”

Jewgeni Roppel, Jahrgang 1983, studiert Visuelle Kommunikation an der HAWK in Hildesheim. Seit 2004 ist er Autodidakt in angewandter und freier Fotografie. Mehr auf jr-vues.com

Foto-News #13

Blick in den Ku Klux Klan
Rechtsextremisten im Aufwind: Das US-Heimatschutzministerium rechnet mit dem Erstarken von weißen, militanten Nationalisten. life.com nimmt das zum Anlass, mit einer Fotoreportage einen Blick in den Ku Klux Klan von heute zu werfen. Fotograf Anthony Karena zeigt Kinder im Klan, Hakenkreuz-Schuhsohlen und Aktivisten ohne Kapuze.

Der Nachwuchs macht Slideshows
Nachwuchsfotojournalisten frisch im Job: Die Studenten der FH Hannover absolvieren Hospitanzen bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. faz.net zeigt ihre Arbeiten und Erfahrungen in sehenswerten Audioslideshows. Mein Favorit: „Schlaf wäre gut“ von Jesco Denzel, eine Bildershow über den harten Alltag eines Krankenhauschirurgen.

Fotografieren, wie Van Gogh malte
Epson art photo award 2009: Über den Kunstfotopreis und seine Gewinner berichtet Spiegel Online. Die Jury um Fotograf Andreas Gursky zeigt sich in dem Artikel beeindruckt vom hohen Niveau der jungen Fotokünstler. Die Bilder der Hauptpreisträgerin Sarah Anne Smith vergleicht der Autor sogar mit Werken von Van Gogh.

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